Gott - die wichtigste Beziehung in deinem Leben

Hi, herzlich willkommen, wie schön, dass du da bist!
Heute geht es, wie eigentlich natürlich immer, um mein absolutes Lieblingsthema Nr. 1, nämlich um Gott. Oder wie auch immer dein Name für das ist, was ich meine - das Göttliche, das Universum, diese Energie, die uns alle umgibt, dieses eine Leben, das in uns allen ist, die Liebe. Der Name dafür spielt dabei gar nicht so eine große Rolle, mir ist an dieser Stelle nur sehr wichtig, dass, wenn ich Gott sage, dass das nicht in einem religiösen Sinne verstanden wird (auch nicht in einem anti-religiösen Sinne) - mein Punkt ist einfach nur, dass Gott, das Göttliche, ein spirituelles Leben, kein bisschen beschränkt ist auf eine bestimmte Religion oder Methode oder was auch immer. Zu dem Verhältnis von Religion und Gott und Spiritualität werde ich sicherlich auch nochmal was schreiben, weil ich das so wichtig und so missverständlich finde, aber heute geht es um etwas Anderes, nämlich um Gott als … die wichtigste Beziehung in deinem Leben.

Die wichtigste Beziehung in deinem Leben

Ich weiß natürlich nicht, wie deine Beziehung zum Göttlichen, zu Gott jetzt gerade ist.
Vielleicht ist für dich Gott ein Konzept, das du für mehr oder weniger sinnvoll hältst, worüber man bei einem Glas Wein vielleicht mal diskutiert und dann geht man über zum nächsten Thema.
Oder du hast eigentlich garnichts mit Gott zu tun und willst das auch nicht, weil das für dich zu viele negative Assoziationen hervorruft, zu sehr nach Religion klingt, nach Kirche, zu christlich, zu esoterisch, zu dogmatisch, zu exklusiv.
Oder du denkst, du würdest gerne eine Beziehung zu Gott haben, du würdest gerne ein spirituelleres Leben leben, aber du weißt nicht, wie. Du weißt nicht wie du damit anfangen sollst und vielleicht macht es dir auch ein bisschen Angst, denn es braucht definitiv Mut dazu.
Vielleicht denkst du, dass du keine Beziehung zu Gott haben kannst, weil du nicht in der Bibel liest und nicht an die absolute Wahrheit von Büchern glaubst, oder weil du nicht positiv genug denkst, nicht optimistisch genug bist, nicht moralisch genug handelst, oder was auch immer.
Oder vielleicht geht es dir auch so wie mir, dass dir Gott, das Göttliche, ein spirituelles Leben unglaublich wichtig ist, aber nicht in einem religiösen Sinne und auch nicht in einem abgehobenen esoterischen Sinne, sondern in einem alltäglichen, bodenständigen und sehr persönlichen Sinne. Als Schlüssel und Weg um ganz da zu sein, ganz du zu sein, mit allem, was du bist, aus vollem Herzen, ganz lebendig, als der Ausdruck und die Verkörperung von Liebe, die du bist. Du gehst nicht in die Kirche, weil das für dich selten eine spirituelle Erfahrung ist, du wünschst dir aber trotzdem eine lebendige Beziehung mit dem Göttlichen und dafür wünschst du dir Anlaufpunkte und Rituale und einen Austausch.

Die Freundschaft mit Gott beginnt mit dem Nicht-Wissen

Wer auch immer du bist und wie auch immer deine Beziehung zu Gott gerade ist, ich schreibe das hier heute für dich.
Ich bin aus tiefstem Herzen überzeugt, dass unsere Beziehung zu Gott die wichtigste Beziehung in unserem Leben ist und ich verspreche dir, wenn du dich öffnest, dem Göttlichen in dir und in deinem Leben, dann wird alles so viel leichter und lebendiger und du wirst merken, wie Sinn und Erfüllung und ja, ein innerer Frieden wieder in dir einkehren, die Rastlosigkeit wird nachlassen und du wirst so viel mehr Freude erleben in deinem Alltag, an jedem einzelnen Tag, und wie sich gleichzeitig dein Alltag verändern wird, wie sich die Beziehungen in deinem Leben verändern werden, wie sich deine Ziele und Visionen verändern werden, weil die Kreativität, der Frieden und die Liebe, die in dir sind, mehr und mehr zu deinem Ausgangspunkt werden, von dem aus du handelst und deine Entscheidungen triffst.
Und zugleich glaube ich, dass es kaum ein Thema gibt, das so missverstanden ist, das von so vielen Vorurteilen und falschen Vorstellungen geprägt ist, wie das Thema Gott. Und das schreibe ich jetzt nicht, weil ich dich nun endlich über die Wahrheit aufklären will, oder weil ich irgendwie erleuchtet wäre oder als sogenannte Expertin alles besser weiß und dir nun Informationen übermitteln und dir beibringen kann, wie du Gott zu verstehen hast.
Im Gegenteil.
Ich schreibe das hier für dich auf, weil ich genauso auf der Suche bin wie du und weil ich genauso ahnungslos bin wie du, und ich glaube fest daran, dass Ahnungslosigkeit, also, uns zu unserem Nicht-Wissen zu bekennen, einer der spirituellsten Schritte ist, die wir gehen können.

Denn zu sagen: “Ich weiß es nicht.” macht uns frei und lebendig. In dem Moment, in dem wir sagen: “Ich weiß es nicht” müssen wir die Kontrolle abgeben und kommen automatisch vom Kontrollmodus ins Vertrauen. Nicht ein Vertrauen mit dem Kopf, sondern ein tiefes Vertrauen in das Leben selbst. Und in meinen Augen ist das die Grundlage für jede Art von Spiritualität. Unsere Freude und Zuversicht in der Gegenwart hängt zu einem sehr großen Anteil davon ab, inwieweit wir bereit sind, dem Leben zu vertrauen. In dem Moment, in dem wir sagen, “Ich weiß es nicht.” hören wir auf damit, selber Gott sein zu wollen. Sich auf die Ungewissheit einzulassen, die das Leben mit sich bringt, sich darauf einzulassen, dass ich es niemals genau wissen kann, ist beängstigend, ja, aber es macht auch unglaublich lebendig. Es macht frei. Es macht uns wach für das Wagnis des Lebendigseins. Es lockt uns raus ins Abenteuer aus dem sicher abgesteckten Terrain unserer automatisierten Reaktionen auf das Leben, auf alles, was lebendig und deshalb unfassbar ist. Es erinnert uns daran, dass wir von Natur aus Abenteurer sind, dass wir selbst von Natur aus lebendig sind und unfassbar. Die Freundschaft mit Gott beginnt mit dem Nicht-Wissen, mit Vertrauen, mit dem Sprung ins Ungewisse.

Du sollst dir kein Bildnis machen

Das ist mit der jahrtausendealten biblischen Weisung gemeint, sich kein Bildnis von Gott zu machen. Sie besagt: “Was auch immer du für ein Bild vom Göttlichen hast, was auch immer du meinst, von Gott zu kennen oder zu wissen - du bist noch nicht fertig. Höre nicht auf, mit deiner Suche, höre nicht auf, nach dem Göttlichen in dir zu suchen, höre nicht auf zu fragen, denn in dem Moment, in dem du meinst, dass du Gott kennst, verpasst du das Göttliche zwangsläufig.”
Denn wenn Gott das Sein ist, wenn Gott dieses eine Leben ist, das in uns allen ist, diese Energie, die uns alle durchdringt und umgibt, dann ist Gott immer nur gegenwärtig, und die Gegenwart kannst du noch garnicht kennen. Die Gegenwart ist immer neu und wir sind dazu eingeladen, uns von ihr überraschen zu lassen. Meistens tun wir das natürlich nicht, im besten Fall halten wir das Abenteuer der Gegenwart für einen Luxus, den man sich nur mit sehr viel Zeit genehmigen kann - die wir natürlich nie übrig haben.
Wir sind so sehr darauf konditioniert, die Dinge vollkommen in der Hand zu haben, und unsere gewohnte Denkweise wieder und wieder anzuwenden, auf jede neue Situation das Alte zu übertragen, und in der Illusion zu leben, immer genau zu wissen, was los ist. Wenn wir also an einer Beziehung mit Gott interessiert sind, dann bedeutet das als erstes, dass wir bereit sind von unseren gewohnten Denkweisen abzulassen und das Vertrauen wieder zu lernen. Wir sind wir dazu eingeladen, uns überraschen zu lassen und uns daran zu erinnern, dass wir nichts wissen.

So oft stellen wir uns auf diesen Standpunkt, bereits zu kennen, Gott zu kennen, das Leben zu kennen und ganz bestimmte Ideen davon zu haben, wie das Leben für uns zu sein hat oder wir haben ganz bestimmte Vorstellungen von Gott, wir machen es so viel komplizierter als es ist, wir erwarten etwas Riesengroßes, Bombastisches und dabei ist es so einfach und so schlicht und einfach die ganze Zeit schon da, aber wir können es nicht sehen, weil wir ein anderes Bild im Kopf haben und deshalb nicht wahrnehmen können, was eigentlich gerade ist. Wir kommen von dieser Position des Wissens her, statt von einer Position des Fragens und Suchens. Wir haben eine vorgefertigte Meinung über uns selbst, über andere Menschen, über das Leben und von dieser Position her nehmen wir dann alles wahr. Aber dann ist alles gefiltert, durch die Geschichten, die wir uns erzählen und das, was eigentlich ist, das reine Sein, kann garnicht bei uns ankommen. Wir können das garnicht sehen, nicht erleben, mit unserem Körper erfahren, weil wir in unserem Kopf feststecken.
Und an der Stelle kommen dann nämlich auch Achtsamkeit und Spiritualität zusammen, denn Spiritualität beginnt damit zu sagen: “Ich weiß es nicht. Ich weiß nicht, was als nächstes passiert, und ich bin verliebt in dieses Gefühl. Ich weiß nicht wer du bist und ich weiß auch nicht, wer ich bin und ich muss das auch nicht wissen. Es wird sich zeigen. Ich bin voller Vertrauen. Ich weiß nicht, was das Göttliche ist, es zeigt sich mir in jedem Moment neu. Es zeigt sich mir in dir, in mir, in allem. Und ich halte das aus. Ich halte das Lebendige aus, das Unfassbare, ich halte es aus, dass ich es noch nicht kenne und noch nicht fertig damit bin. Ich kann damit anfangen zu vertrauen, statt zu wissen. Auch wenn ich überhaupt nicht weiß, wie das geht.”

Dein Herz ist dein Gott

Und genau aus diesem Grund ist es, dass ich glaube, dass unsere Beziehung zu Gott die wichtigste Beziehung unseres Lebens ist, weil unsere Beziehung zu Gott unsere Beziehung zum Leben selbst ist. Zum Lebendigen, zum Unfassbaren. Zum Lebendigen in dir selbst in allererster Linie, zum Lebendigen in allen Menschen, die dir begegnen, zum Lebendigen in deinen Beziehungen, in allem. Zu dem darin, was du nicht fassen kannst, nicht festhalten oder definieren kannst, sondern du kannst nur aushalten, dass du noch nicht fertig bist damit, dass du dich auseinandersetzen musst, hinhören, abwarten, nachfragen, mit leeren Händen dastehen, dich immer wieder überraschen lassen und wieder anfangen zu staunen und wieder anfangen zu vertrauen.
Deine Beziehung zu Gott ist in allererster Linie deine Beziehung zu dir selbst, zu deinem Herzen, der Quelle der Liebe und Lebendigkeit in dir, zu dem in dir, dem du nicht mit Verstehen oder Kennen begegnen kannst, sondern nur mit Ahnungslosigkeit und Vertrauen. Deshalb ist das die wichtigste Beziehung in deinem Leben.

Ich schreibe das hier heute für dich, um dich an deine Göttlichkeit zu erinnern - welchen Namen auch immer du dafür hast. Der Teil in dir, der einfach nur Leben ist, pures Leben, ohne Vorbehalte, der Teil in dir, der aus vollem Herzen JA sagt. Der Teil in dir, der das Abenteuer liebt, das Lebendigsein, nicht die Garantien. Ich schreibe das hier, um dich an dein Herz zu erinnern, dein riesengroßes, strahlendes, offenes Herz, das einfach nur leben will. Einfach leben. Alles leben. Die Fragen, den Schmerz, die Belanglosigkeiten und die unglaubliche Freude. Die Liebe, den Frieden. Das Abenteuer.
Für mich ist Gott das Herz. Mehr nicht und vor allem nicht weniger. Das Herz, das einfach nur Lebendigkeit ist. Das nicht an Fehler glaubt und nicht ans perfekt sein, das nicht daran interessiert ist, besonders klug und wissend und souverän dazustehen, sondern das nur ans Ausprobieren glaubt, ans Wagnis, ans Leben. Das keinen mahnenden moralischen Zeigefinger braucht, sondern das reine Liebe ist. Nur Liebe. Ausdruck von Liebe. Du bist Ausdruck von Liebe. Und damit beginnt deine Freundschaft mit Gott, mit dem Göttlichen in dir und um dich herum und durch dich hindurch. Niemand kann dir sagen wer oder was Gott für dich ist oder zu sein hat. Denn Gott ist nichts was außerhalb von dir selbst ist.
Gott ist in dir und in mir und in uns allen und ich kann nur darüber sprechen, wie ich das erlebe und ich werde versuchen, das so genau und so ehrlich wie möglich zu beschreiben und ich hoffe, ich hoffe so, so sehr, dich damit an etwas in dir zu erinnern.
An deine Göttlichkeit. An deine Lebendigkeit, deine Abenteuerlust. An dein Licht, an deine unendliche innere Kraft und an deine Schönheit. An die Liebe, die in dir ist. Diese Liebe in dir ist immer, immer da, du kannst diese Liebe niemals verlieren, denn sie kommt aus dir heraus und du kommst aus ihr heraus, aus dieser Liebe - die Liebe und du, ihr seid eins.
Du bist hier, auf dieser Welt, als ein Ausdruck von Liebe. Du bist so reich. Du bist so stark. Du bist ein riesiges Geschenk für diese Welt. Es ist so, so gut, dass es dich gibt und dass du da bist, genauso, wie du bist.

Von Herzen,
Deine Anne