Passionszeit

Die Passionszeit hat vorletzten Mittwoch begonnen, wir befinden uns in der Zeit vor Ostern und das ist eigentlich eine Zeit, die im christlichen Glauben mindestens genauso wichtig ist wie die Adventszeit. Nur ist dabei weniger klar, worum es eigentlich geht - mir ist es jedenfalls nicht klar, ich habe das noch lange nicht verstanden, und meine Vermutung ist so ein bisschen, ob das nicht vielleicht sogar genau der Punkt ist.

In der Bibel, im Neuen Testament ist die Rede vom Skandalon, vom Skandal des Kreuzes, und von der Torheit des Kreuzes. Es ist ein Skandalon, eine Torheit, weil es alle unsere Ideen über Gott auf den Kopf stellt. Weil wir denken, und immer wieder denken wollen, dass Gott irgendwas mit Gewinnen zu tun haben muss, mit Herrschen und Macht, mit Siegen und mit Überlegenheit und allen diesen schönen Dingen, die uns, die unserem Ego immer so wertvoll und erstrebenswert erscheinen. Wir wollen nicht glauben, dass Gott etwas mit Verlieren zu tun hat und mit Hingabe, mit Niederlage, mit Schwachheit, mit Hängen am Kreuz. Und es ist eben die große, große Frage, was wir eigentlich von diesem Gott der Verlierer haben? Was haben wir davon, was bringt uns das? Ich habe wie immer keine abschließenden, eindeutigen Antworten - im Gegenteil: ich bin noch lange nicht fertig damit, diese Frage zu stellen, aber ich habe mir ein paar Gedanken gemacht und habe eine leise Ahnung, von der ich heute versuche zu sprechen.

Ich wünsche Dir viel Inspiration und Freude beim Zuhören und freue mich darauf, von Dir zu lesen, in den Kommentaren oder unter anne.ganzda@gmail.com.

Liebe Grüße
Deine Anne